17.07.2008 - Danke“ sagt Juliette
Bodenseh
Mit tatkräftiger Unterstützung des Fördervereins
Lützelsoon e.V. konnte durch vielfältige Aktionen
in 2006 eine immense Summe gesammelt und Juliette dadurch
eine Delfintherapie in der Ukraine finanziert werden (WochenSpiegel
berichtete darüber).
Da danach noch Mittel zur Verfügung standen, konnte
aber auch noch ein zweites wichtiges Therapie-Konzept angegangen
werden. So wurde es möglich, dass Juliette bereits in
Kürze zum dritten Mal in Piesztany in der Slowakei eine
zweiwöchige Adeli-Rehabilitations-Therapie durchführen
konnte.
Die Idee zu dieser Therapie entstand in der russischen Raumfahrt,
um hier Schädigungen der Astronauten durch die beschränkte
muskuläre Aktivität in der Schwerelosigkeit mit
den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf das Gehirn
und das zentrale Nervensystem zu verhindern. Der speziell
entwickelte Adeli-Anzug (Stützelemente, die untereinander
mit elastischen Zügen verbunden sind) wurde erstmals
1971 eingesetzt.
Die Therapie findet in dem malerischen Kurort Piestany in
der Nähe von Bratislava in der Slowakei statt. Der Flug
von Hahn aus nach Bratislava ist zwar jedesmal ein kleines
Abenteuer, aber wir sind doch immer wieder heil und glücklich
angekommen.
Die Adeli-Methode ist mittlerweile eine Rehabilitationsbehandlung
insbesondere für Kinder mit cerebralen Bewegungsstörungen.
Sie beinhaltet hauptsächlich neurophysiologische Übungen
im Adeli-Anzug (siehe auch Foto). Ferner kommen u.a. krankengymnastische
Bewegungsübungen, Schwefelschlammbehandlung und auch
eine tägliche Ganzkörpermassage zur Anwendung.
Juliette muß ein straffes, tägliches Programm
(außer Sonntags) absolvieren, beginnend mit dem ersten
Therapietermin morgens um 7.30 bis in die frühen Nachmittagsstunden.
Danach ist Erholen bis zum nächsten Morgen angesagt (auch
ein Stückchen Kuchen für Juliette und eine Tasse
Kaffee für die Mama sind mal drin). Dies ist ein doch
recht anspruchsvolles und körperlich anstrengendes Programm,
was durchaus mit einem Trainingslager für einen Sportler
vergleichbar ist.
Insgesamt sind wir mit den erzielten Erfolgen sehr zufrieden,
da ja vor allem im motorischen Bereich die größten
Probleme bei Juliette liegen. Es ist von uns geplant, auch
künftig nach Möglichkeit zur Adeli-Therapie in die
Slowakei zu fliegen; wir sind von dem Konzept sehr überzeugt
und hoffen auf weitere Fortschritte. Glücklicherweise
ist ja noch etwas von den Spendengeldern übrig, so dass
min. 2 weitere Aufenthalte bereits gesichert sein dürften.
Auf diesem Weg wollen wir nochmals allen Spendern und dem
Förderverein Lützelsoon e.V. – insbesondere
Herrn Herbert Wirzius und seinem Team – herzlich danken.
Ohne sie könnten wir Juliette nicht so fördern und
ihr ein Leben mit größtmöglicher Selbständigkeit
ermöglichen.
19.09.2006 - Juliette hat die Delfine in ihr
Herz geschlossen, und die Delfine Juliette. Gestärkt kehrte
das vier Jahre alte Mädchen aus Pleitersheim vor kurzem
von ihrer ersten Defintherapie in der Ukraine zurück. Über
mehrere Monate hatte der Förderverein Lützelsoon,
»Patenkind« des WochenSpiegels, eine Spendenaktion
für Juliette organisiert. Die Vierjährige leidet an
einer schweren Cerebralparese, wodurch sie mehrfach schwerstbehindert
ist.
Sie kann nicht sitzen, den Kopf halten, laufen oder sprechen,
aber sie verfügt über ein sehr gutes Sprachverständnis.
Juliette versteht alles um sich herum, und sie würde
wohl auch sprechen, wenn sie nur könnte. »Vergangenes
Jahr wandten wir uns in finanzieller Not an den Förderverein
Lützelsoon und baten besonders um Unterstützung
im Hinblick auf eine Delphintherapie«, so Juliettes
Mutter Isabelle.
Der WochenSpiegel unterstützte die Hilfsaktion mit vielen
Aufrufen, und in kurzer Zeit kam eine Spendensumme in Höhe
von 13 250 Euro zusammen. Dieser Betrag wurde dann zusätzlich
vom Wal-Mart Bad Kreuznach auf die Summe von 26 500 Euro verdoppelt.
»Wir waren völlig überrascht von der Anteilnahme
vieler Bürger und überglücklich, als wir bereits
Ende August zur Delphintherapie nach Jalta in die Ukraine
reisen konnten«, so Juliettes Eltern.
Die Vierjährige hatte mit den zwei Delphinen und zwei
Beluga-Walen des Delphinariums in Jalta unglaublich viel Spaß.
Nach ersten Kontakten im Wasser wurde vor allem Delphindame
Flora zu Juliette besonders zutraulich. Juliette konnte mit
ihr Ballspielen, sich auf sie setzen oder sich mit ihrer Mutter
zusammen durchs Wasser ziehen lassen. »Es waren über
die gesamten zwei Wochen sehr aufregende Erlebnisse, die dazu
führten, dass Juliette bis heute viel mehr lacht, aufmerksamer
ist und sehr aktiv bei der Krankengymnastik und der Ergotherapie
mitmacht.
Wir denken, dass die Delphintherapie zu einer extremen seelischen
Ausgeglichenheit führt, wodurch weitere, konventionelle
Reha-Maßnahmen, die oft nicht besonders viel Spaß
machen, wieder viel besser greifen können«, so
Isabelle Bodenseh, die betont: »Als Eltern versuchen
wir oft verzweifelt Wege zu finden, um Juliette zu ermuntern.
Mit der Delphintherapie ist dies absolut gelungen, und wir
sind gespannt, wie sie sich im nächsten halben Jahr entwickeln
wird.«
Durch die Höhe der Spendensumme ist es möglich,
eine weitere Delphintherapie und andere Reha-Maßnahmen
für Juliette zu finanzieren. Die Mittel dafür werden
zweckgebunden vom Förderverein zur Verfügung gestellt.
»Wir möchten uns an dieser Stelle von ganzem Herzen
bei allen Spendern bedanken. Wir sind sicher, dass sich der
Einsatz absolut gelohnt hat und wer Juliette kennt, wird dies
bestätigen können«, so Juliettes Eltern.
|